Woher kommen die Namen der Wochentage? – Ein Blick in germanische und nordische Traditionen
Hast du dich schon einmal gefragt, warum wir die Wochentage Montag, Dienstag, Mittwoch und so weiter nennen? Die Namen der Tage haben alte Wurzeln – in germanischer, nordischer und römischer Mythologie – und erzählen viel über Götter, Planeten und Traditionen unserer Vorfahren.
Montag – der Mondtag
Der Montag ist der Tag des Mondes.
· Das Wort kommt aus dem Althochdeutschen „mánodag“ – „Tag des Mondes“.
· In vielen anderen Sprachen, wie dem Englischen („Monday“), ist der Bezug zum Mond ebenfalls erhalten.
· Der Mond symbolisierte in germanischer Mythologie oft Intuition, Wandel und Zyklen, passend zum Wochenstart als Reflexion der inneren Kräfte.
Dienstag – der Tag des Tyr / Tiw
Der Dienstag geht auf den germanischen Kriegsgott Tyr (Tiw) zurück.
· Althochdeutsch: „Ziestag“ oder „Tiwesdag“.
· Tyr war ein Gott des Rechts, des Mutes und des Kampfes.
· Im Englischen „Tuesday“ leitet sich ebenfalls von „Tiw’s Day“ ab.
Mittwoch – der Tag des Wodan / Odin
Der Mittwoch ist dem obersten Gott Wodan (Odin) gewidmet.
· „Mittwoch“ bedeutet wörtlich „Mitte der Woche“, doch ursprünglich hieß er „Wodanstag“.
· Odin war der Gott der Weisheit, Magie und des Wissens, passend für den Wochenteil, an dem man oft Entscheidungen trifft und Pläne schmiedet.
· In englischen und skandinavischen Sprachen lebt der Name Odin/Wodan noch in „Wednesday“ („Woden’s Day“) weiter.
Donnerstag – der Tag des Donar / Thor
Der Donnerstag ehrt den Donnergott Thor (Donar).
· Althochdeutsch: „Donarestag“.
· Thor war der Gott von Donner, Blitz und Schutz, eine mächtige Figur der germanischen Mythologie.
· Auch hier zeigt sich die Verbindung zur englischen Sprache: „Thursday“ = „Thor’s Day“.
Freitag – der Tag der Frigg / Freya
Der Freitag ist nach der Göttin Frigg oder Freya benannt.
· Sie war die Göttin der Liebe, Schönheit und Fruchtbarkeit.
· Althochdeutsch: „Frîatag“.
· Im Englischen „Friday“ geht auf „Frigg’s Day“ zurück.
Samstag – der Tag des Saturn
Der Samstag ist der einzige Tag, der direkt aus der römischen Mythologie stammt: Saturn, der Gott der Landwirtschaft und des Wohlstands.
· Lateinisch: „dies Saturni“
· Im Deutschen wurde der römische Bezug weitgehend übernommen, während andere Sprachen oft auf das Wort „Sabbath“ zurückgreifen.
Sonntag – der Tag der Sonne
Der Sonntag ist der Tag der Sonne.
· Althochdeutsch: „sunnundag“ – „Tag der Sonne“.
· In der germanischen Mythologie war die Sonne eine lebensspendende Kraft, die alles Wachstum und Licht brachte.
· Auch in englischen und skandinavischen Sprachen lebt die Verbindung zur Sonne weiter: „Sunday“ = „Sun’s Day“.
Die Namen unserer Wochentage sind wie kleine Zeichen einer alten Welt – voller Götter, Naturkräfte und astronomischer Einflüsse. Sie zeigen, wie eng das tägliche Leben der Menschen einst mit Mythos, Natur und Himmelskörpern verwoben war.
Wer die Wochentage kennt, kennt ein Stück germanischer und nordischer Geschichte, die bis heute in unserem Alltag lebt – von Montag bis Sonntag, von Mond bis Sonne.