Die Entwicklung des Kalenders - vom Leben im Kreis der Natur zur linearen Knechtschaft
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Verfügbar im neuen Jahr
Am Anfang war der Rhythmus
Wenn das Jahr zur Ruhe kommt, wenn der Frost über die Felder zieht und die Sonne nur noch kurz über den Horizont steigt, dann beginnt im alten Kalender kein Ende – sondern ein Neubeginn.
In der tiefsten Dunkelheit atmet die Erde ein, sammelt Kraft und flüstert das Versprechen des Lichts.
So sahen es die Menschen, lange bevor es Uhren und Kalender gab.
Sie lebten in einem Kreis, nicht in einer Linie.
Wir heutigen Menschen haben uns daran gewöhnt, die Zeit zu messen – in Sekunden, Stunden und Terminen.
Doch irgendwann, zwischen den Maschinen und Bildschirmen, haben wir das Gefühl verloren, was Zeit wirklich ist.
Wir wissen, wann der Frühling laut Kalender beginnt, aber spüren wir ihn noch in uns?
Wir feiern Silvester, aber kaum jemand erinnert sich daran, dass das Jahr einst zur Wintersonnenwende neu geboren wurde – im Feuer, im Dunkel, im Atem der Erde.
Dieses Buch ist eine Reise zurück – nicht in eine ferne Vergangenheit, sondern in ein älteres Wissen, das noch immer in uns ruht.
Ich habe versucht, die Spuren zu lesen, die unsere Vorfahren hinterließen:
in den Namen der Monate, in den Festen des Jahres, in der Sprache und in den Sternen.
Dabei wurde mir klar: Der gregorianische Kalender, den wir heute selbstverständlich benutzen, ist nicht aus dem Nichts entstanden.
Er ist das jüngste Glied einer langen Kette – und viele seiner Glieder reichen tief in die Welt der Germanen und Nordvölker zurück.
Als ich begann, die germanisch-nordische Zeitrechnung neben die heutige zu legen, ergab sich ein erstaunliches Bild:
Ein Kreis, der nie wirklich gebrochen wurde.
Ein Rhythmus, der unter der Oberfläche weiterlebt.
Und ein Gefühl, das sich kaum in Zahlen fassen lässt – das Gefühl, Teil eines ewigen Kreislaufs zu sein.
Dieses Buch will nicht belehren, sondern erzählen.
Es will zeigen, woher unsere Zeit kommt – und warum es sich lohnt, sie wieder zu fühlen.
Du wirst darin alte Monatsnamen finden, Feste, Bräuche und Gedanken, die noch im Wind und im Licht unserer Tage leben.
Und vielleicht wirst du beim Lesen selbst spüren, dass sich etwas in dir erinnert – leise, aber deutlich.
„Denn Zeit war nie nur das, was vergeht.
Zeit war immer auch das, was verbindet.“
Willkommen auf einer Reise durch das Jahr – und durch dich selbst.
Dies ist kein wissenschaftliches Werk und kein Lehrbuch.
Es ist eine Einladung, die Welt der Zeit neu zu betrachten – mit offenen Augen, offenem Herzen und einem Hauch von Staunen.
Vielleicht liest du dieses Buch, weil du spürst, dass der Rhythmus der Natur mehr mit dir zu tun hat, als der Kalender an deiner Wand.
Vielleicht, weil du dich fragst, wo unsere Feste wirklich herkommen.
Oder einfach, weil dich der Gedanke fasziniert, dass unsere moderne Zeitrechnung nicht erfunden, sondern weitergetragen wurde – Schicht für Schicht, über Jahrtausende hinweg.
Ich habe dieses Buch nicht geschrieben, um Antworten zu geben, sondern um Wege zu öffnen.
Wege, die von der Geschichte in die Gegenwart führen – und von der Vernunft zurück ins Gefühl.
Wenn du am Ende dieser Seiten nicht nur weißt, sondern spürst, wie das Jahr atmet – dann hat dieses Buch seinen Zweck erfüllt.
Also: Lass uns gemeinsam aufbrechen.
Von der Dunkelheit ins Licht.
Vom Wissen zum Erleben.
Von der Zahl zum Rhythmus.
Willkommen in der alten Zeit.